Hallo Allerseits, ich bin der Neue und möchte mich hiermit mal vorstellen
außerhalb der Untiefen des Internets kennt man mich als Michael, oder kurz Micha. Ich bin 33 Jahre jung und wohne (noch) in einem kleinen Kaff nahe Bielefeld. Die Betonung liegt auf noch, da ich am Ende des Jahres mit meiner Lebensgefährtin zusammen ziehen möchte.
Der schwarzen Szene fühle ich mich in etwa seit meinem 20 Lebensjahr zugehörig und lebe diese seither auch bewusst aus. Obwohl ich rückwirkend bekennen muss, dass erste Tendenzen bereits in meiner Kindheit vorhanden waren. Bereits damals zog mich das mysteriöse und unheimliche an, wie Motten, die vom Licht angelockt werden. Ausgedehnte Spaziergänge auf dem städtischen Friedhof konnten mich ebenfalls bereits früh begeistern.
Musikalisch bewegte ich mich zu Anfang noch stark im Bereich neuer deutscher Härte und Metal. Diese Richtungen mag ich zwar auch heute noch recht gerne, jedoch haben klassischer Gothic Rock, Dark Rock und Artverwandtes sich inzwischen an die Spitze meiner bevorzugten Musik gesetzt. Über Musik könnte ich eh stundenlang plaudern, aber ich denke dazu wird sich zu späterem Zeitpunkt noch an anderer Stelle Gelegenheit finden.
Soviel mal als kleine Einleitung. Ich mach dann mal mit dem Fragekatalog weiter
1. Wie hast du zu uns gefunden?
Kurz: Google.
Etwas ausführlicher: Ich war auf der Suche nach einer Plattform, wo ich mich mit Gleichgesinnten austauschen, eventuell neue Bekanntschaften knüpfen und über all die Themen philosophieren kann was unsere Szene so bewegt. Kurz google gestartet, die Seite sprach mich an und nun bin ich hier ^^
2. Was bedeutet für dich ganz persönlich Gothic? (Auch hier der Hinweis: Ist eine reine Interessensfrage, ich stecke niemanden in Schubladen.)
Gothic in Form einer ausgelebten Lebenseinstellung heißt für mich sich ganz bewusst Themen hinzugeben, die manch anderer wohl meiden würde. Die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit, auch gesellschaftlich eher negativ bewertete Emotionen wie der Angst und Trauer, aber auch die bewusste Entscheidung ehrlich zu seiner Neigung zum mythisch/bizarrem stehen zu können und diese im friedlichen Rahmen offen auszuleben. Die wichtigsten Ausdrucksmittel sind für mich hier klar die Musik, welche sich häufig mit genau diesen Themen beschäftigt, aber auch literarische, oder bildhafte Kunst.
Streng herunter gebrochen könnte man all dies vielleicht auch mit einer offen ausgelebten Schwarzromantik übersetzen
3. Welches Verhältnis hast du gegenüber dem Mond und der Nacht?
Ich bin ein Nachtmensch. Wenn mich mein beruflicher Rythmus nicht davon abhalten würde, so könnte ich gern mehrfach pro Woche stundenlang im Mondschein spazieren gehen und über das Sein und Nicht-Sein philosophieren. Ich finde die Nacht eignet sich auch wunderbar um sich selbst zu sortieren. Ein Blick zum Sternenhimmel genügt mir häufig schon und mir erscheinen aktuelle Sorgen und Nöte in Anbetracht dieser kosmischen Weiten klein und unbedeutend.
4. Wie fühlt sich für dich Finsternis an? Magst du sie? Wenn ja. Was magst du an ihr?
Ja, ich mag sie. Allerdings nicht die vollkommene, zumindest nicht über einen langen Zeitraum. Die Finsternis ist prima geeignet, um Ruhe und zu sich selbst zu finden. Jedoch bevorzuge ich es, wenn wenigstens Mond- bzw Sternenschein die Dinge in sanfte Dunkelheit tauchen, anstatt dass die Dunkelheit alles verschlingt.
5. Befindest du dich noch auf der Suche nach deinem Weg oder hast deinen Platz in der Welt schon gefunden?
Schwer zu sagen. Ich denke ich bin auf einem sehr guten Weg, angekommen aber wohl noch nicht so ganz.
6. Wenn dir jemand zwei Möglichkeiten bieten würde, welche würdest du wählen? Die erste Möglichkeit würde dir ein schönes Leben ermöglichen. Die zweite Möglichkeit würde dir einen Weg zeigen, auf dem du anderen Lebensformen (Tiere eingeschlossen) helfen könntest ein besseres Leben zu bekommen.
Die zweite Möglichkeit. Ich helfe lieber, anstatt für mich selbst zu bitten. Meistens jedenfalls
7. Eine apokalyptische Katastrophe würde das menschliche Leben komplett auslöschen und du wüsstest bereits 24 Stunden vorher davon, was würdest du in diesen letzten 24 Stunden des Lebens tun?
Gemäß dem Fall, dass ich diese Katastrophe unter keinen Umständen aufhalten könnte: Mir alle, die mir etwas bedeuten um mich scharren, bequeme Sitzplätze, gutes Essen und ein paar leckere Getränke besorgen. Gute Musik einschalten und mir das Spektakel in aller Ruhe ansehen
8. Du siehst auf der Straße liegend eine bewusstlose, komplett verwahrloste Person. Auf den ersten Blick wäre ersichtlich, dass diese Person einen Rausch hat. Würdest du dir die Zeit für einen 2. genaueren Blick nehmen? Und wenn dir dieser 2. Blick die wahre Situation dieser Person eröffnen würde, wie würdest du darauf reagieren?
In einer ähnlichen Situation war ich bereits. Zum Glück (wenn man das so sagen darf) befand sich diese Person tatsächlich "nur" in einem Rausch und war der Ansicht es sei eine prima Idee selbigen mitten auf dem Bürgersteig auszuschlafen. Gelohnt hat sich dieser zweite Blick trotzdem, denn ich hätte es mir sicher nicht verziehen, wenn ich jemanden in Not hätte helfen können und es nicht getan habe.
9. Du siehst einen Pöbel Jugendlicher auf der Straße die sich um ein wehrloses Tier versammelt haben und es quälen. Wie reagierst du?
Kommt drauf an wie viele da versammelt sind und ob ich abgesehen von dem Haufen alleine bin. Gibt es noch andere, würde ich versuchen diese zu mobilisieren und gemeinsam die Quälerei zu beenden. Wäre ich ganz alleine da, hätte ich auch kein Problem damit die Polizei zu rufen.
10. Und dies ist meine letzte Frage.
Was bedeutet für dich, ein menschenwürdiges Leben?
Ganz wichtig: In Freiheit leben zu dürfen. Im moralisch vertretbaren Rahmen, versteht sich. Nichts finde ich schrecklicher, als einen Käfig übergestülpt zu bekommen aus dem ich nicht entkommen kann und der mich in eine Form zu pressen versucht, die ich nicht verkörpern kann, bzw nicht verkörpern will.
Tjoar, das war es dann erstmal von mir. Weiteres von mir lernt man sicher noch im Lauf der Zeit kennen.
Liebe Grüße
Graphiel