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Un Hommage noir - Ein Tribut an die Gothicszene
Geschrieben von: ShaitanJr   
 
 

Un Hommage noir

 

Mit französischer Sprache haben die meisten es nicht so. Und doch ist sie die Sprache schlecht hin, wenn es um den Ausdruck von etwas geht, um dessen Kern sich die Stimmen aus der Gothic Szene drehen. „Gothic“ ist ein Wort, das in äußerst kurzer und einprägsamer Form eine Lebenseinstellung, eine Kunstrichtung und kritisches Denken in einem birgt. Diese Hommage ist an genau dieses Wort gerichtet: „Eine schwarze Hommage“ lautet der Titel zu Deutsch und leitet damit ein, was den heutigen Sozialwissenschaftlern noch immer wie ein schwarzes Tuch vorkommt. Man bekommt es nicht zu fassen, dieses Schwarz, das in aller Munde so vielseitig schimmert und sich windet, wenn man es versucht zu greifen.

Doch womit nun kann man Gothic erfassen, begreifen, ergründen, in der Tiefe verstehen?

 

Schwarzes Gothic – eine Begriffsammlung

 

Die, die gothic sind oder sich selbst so nennen, die scheinen es gefunden zu haben. Das Leben auf der dunklen Seite hält viele Widersprüche bereit und doch sind sich alle in einer Sache einig. Schwarz muss es sein. Die Farbe der Abscheu, des Hasses, des Todes, der Gewalt. Dass Schwarz so viel mehr kann, das beweisen uns die Mitglieder der Gothic Szene seit nunmehr dreißig Jahren.

Man kann Gothic – als Synonym zu Schwarz – nur dann verstehen, wenn man die kognitive Kette von Begriffen als Ganzes zu verstehen vermag. Da es eines meiner Hobbies ist, dem Schwarzen zu frönen, habe ich mich an eine Liste heran getraut, bestehend aus Begriffen, die in den meisten Augen der Goths leuchten.

Da wäre zunächst die Gefühlsebene. Gothic ist Geborgenheit, Liebe, Familie, Ruhe, Zärtlichkeit, Verlangen, Sehnsucht, Schmerz, Hilfe und Respekt vor einander. Goths fühlen sich sowohl in der Gemeinschaft zu Hause als auch in den Schatten, die genau betrachtet wiederum eine Ansammlung von seelenhaften Gestalten sind, die Einsamkeit vertreiben. Es geht um Rückzug, um Stille, Frieden und Harmonie. Gemeint ist damit auch die Abwendung von Problemen, wodurch Gothic häufig mit einer Scheinwelt assoziiert wird. Diese wird von besorgten Pädagogen nur zu gern als Gefahr für die Heranwachsenden betrachtet.

 

Keine Gefahr

 

Anzunehmen ist jedoch, dass der Vorteil dieser so genannten Scheinwelt darin besteht, dass Goths nicht versuchen, Probleme mit Gewalt zu lösen. Ganz im Gegenteil genießt der Goth oder gemeine Grufti eine innere Ausgeglichenheit, die ihres gleichen sucht.

Könnte man nun annehmen, der Schwarze sei mit gähnender Langeweile geboren und hätte in seinem Leben nichts zu erreichen, so irrt man. Goths gemein ist eine Sinnsuche. Die Beschäftigung mit geistigen Wissenschaften fordert pazifistische Hirne zum Gedankenkampf. Kunst und Literatur sind das erste Erkennungsmerkmal neben der obligatorischen schwarzen Kleidung. Was uns ausmacht, ist eine unstillbare Gier nach Wissen, der allumfassenden Erkenntnis. Gothic ist Bewusstsein. Geistige Stärke und Unbeirrbarkeit lassen nach außen manchmal auf Sturköpfigkeit, Brutalität, Arroganz und emotionale Kälte schließen. Tatsächlich wirkt der Goth zuweilen wie ein auferstandener Toter, und dies ist auch gewünscht.

 

Der Tod ist unser bester Freund

 

Was ist am Tod so faszinierend? Die Lehre vom Tod ist die wohl seltsamste Forschung bislang. Sagen und Legenden, Religionen und wissenschaftliche Abhandlungen dienen allein dem Zweck der geistigen und emotionalen Erfüllung, dem Ende der Suche nach dem Tod. Tod und Ästhetik sind keinesfalls Gegenspieler, wie uns Goths eindrucksvoll beweisen. Mit morbider, berechnender Kälte vermögen sie Emotionen auszudrücken, die sich fern ab von einem eingefrorenen Sturm befinden. Das Spiel mit Kälte und Wärme zeichnet das Innenleben eines Gruftis ebenso aus, wie die Interessenskonflikte von Nähe und Abstand, von Ruhe und Tatendrang, Macht und Demut sowie Selbstreflektion und dickem Fell, welche Gothic jedoch in sich zu einer höchst ästhetischen, ja gerade zu magischen Einheit verbindet.

Die Farbe schwarz ist sowohl lebendig als auch tot. Sie spiegelt sowohl hoheitsvolle Erkenntnis als auch untertänigen Wissensdurst wieder. Glatte Oberflächen, die den inneren Glanz des Schwarz hervorheben, erwecken zuweilen einen entrückten Eindruck, obschon die weltliche Präsenz sich nicht einer gewagten Würze entziehen kann.

 

Wir sind Legion

 

Gothic ist keine Religion, denn Gothic kennt kein Gut und Böse. Gothic ist Uniformität und Individualität in einem. Uns obliegt eine weltfremde Erscheinung, doch haben wir den Kern der Welt bereits erkannt und sind ihm näher als die meisten Menschen je zuvor. Unseren Hunger kann man nicht stillen. Vielleicht übt auch deshalb der Vampir als Totemtier eine solche Faszination auf Goths aus, denn er eint Gefahr, Versagen, aber auch Verführung, Leidenschaft und Sieg in sich.

Gothic lehrt uns die Welt nicht mit zweierlei Maß zu messen. Der Horror und die Zärtlichkeit, die Antwort und die Frage, Dualität und Individualität machen Gothic zu einer Herausforderung für den wachen Geist.

Vielleicht wird dieser Text helfen, dem einen oder anderen eine Sinnsuche zu ersparen und dem Schnellsucher, dem Außenseiter, seine Position klar zu machen.

Wir sind Legion. Wir sind Mensch und wir sind Geist. Wir sind Himmel und wir sind Erde. Wir sind Gott und wir sind Teufel. Wir sind Fleisch und wir sind Knochen. Wir sind Sünde. Wir sind Spaß und Freude. Wir sind Selbstverwirklichung. Wir sind das Leuchten im Antlitz der Sterne. Wir sind gothic.

 

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