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Das Aussterben von Gothic Foren
Geschrieben von: Baltarsar   
 
 
 
Das Aussterben von Gothic Foren
Gründe und Überlegungen
 
 
 
In einem Gothic Forum kann man sich als Interessierte / Interessierter oder sich der Gothic Szene zugehörig fühlender Mensch sehr gut mit Gleichgesinnten austauschen ohne mit dem Mainstream konfrontiert zu werden und sich von ihm "stören" zu lassen. Nun sterben diese Plattformen seit Jahren immer mehr aus. Zuletzt mussten sich die Mitglieder des Gothic Forums "Dunkles Leben" eine neue virtuelle Heimat suchen. Aber auch andere über Jahre gewachsene Onlineplattformen der Gothic Szene mussten in den letzten Jahren entweder einen massiven Rückgang ihrer aktiven Mitglieder erfahren, was schlussendlich bei vielen ebenso dafür sorgte, dass die Pforten dicht gemacht wurden. 
 
Nun stellt sich die Frage, woran diese Entwcklung liegt. 
 
 
 
 
Noch vor Jahren erlebte man, wenn man sich in der Gothic Kultur bewegte, dass man recht schnell unglaublich große Gothic Communities fand. Ob es Nachtwelten, Dunkles Leben Schwarzes Glück oder andere waren, wenn man auf die Mitgliederzahlen schaute, war man schier erschlagen von der Masse. Nachtwelten schloss dennoch nach 15 Jahren "Betrieb" seine Pforten. Auch Dunkles Leben, welches seit 2006 online war und nach Nachtwelten zu einer der größten Communities gehörte schloss vor kurzem seine Pforten und machte dicht. Sucht man heute nach der Domain, landet man bei einer Standard Informationsseite von Strato. Aber nicht nur die großen, namenhaften Onlinecommunities verzeichnen diesen Trend der Schließungen, sondern auch zahlreiche kleine, oftmal liebevoll gestalteten Onlineangebote. 
 
Gingen die Mitgliederzahlen der Onlinecommunities vor Jahren teilweise noch in die tausende, sieht man heute, dass es heute nur noch wenige hundert sind. Mit viel Glück findet man heute noch die Ein oder Andere Onlinecommunity mit Mitgliederzahlen die an die tausend hheran geht. Wenn man sich dieser dann allerdings anschließt, erkennt man sehr schnell, dass die Mitgliederzahl auch nur dadurch zustande kommt, weil entweder die Mitgliederdatenbank seit Jahren nicht gesäubert wurde (Stichwort: Forenleichen), sich jeder, also auch Bots, anmelden kann oder das schlicht und ergreifend die Zahlen gefälscht sind um so nach außen groß und interessant zu wirken. 
Hier möchten wir allerdings betonen, dass es sich bei letzterem Beispiel nur um seltene, Negativaußnahmen handelt. 
 
Die Aktivität in Foren lässt seit Jahren allerdings kontinuierlich nach. Und das hat verschiedene Gründe. 
 
Auch wir können nicht alle dafür überblicken, sind aber der Meinung mit den folgenden unsere Beobachtungen wiedergeben zu können.
Ein großer Punkt ist die abnehmende Freizeit, die unsere sogenannte Erfolgsgesellschaft hat. Der Zeit- und Erfolgsdruck, der auf alle Mitglieder unserer Gesellschaft ausgeübt wird, fängt so ziemlich mit der Geburt an. Alles muss sich schnell und immer nach vorne gerichtet entwickeln. Nicht einmal Kleinkindern wird eine Entwicklungspause gegönnt. Dieser Druck erhöht sich dann im Schulalter und nimmt noch einmal ordentlich zu, wenn man dann Richtung Ausbildung und Arbeit geht. Denn die Gesellschaft duldet kein anderes Tempo. Kommt man bei diesem Tempo nicht mit, wird man sehr schnell issoliert und gemieden. 
Diese gesellschaftliche Entwicklung, die selbstredend auch nicht vor Mitgliedern der Gothic Kultur halt macht, ist für uns ausschlaggebend, dass viele nur noch sehr wenig Zeit bis gar keine Zeit mehr für den Austausch in Onlinecommunities außerhalb der großen Sozialen Netzwerke finden. Der Tag hat schlicht und ergreifend nur 24 Stunden. Der Großteil geht für Arbeit und Besorgungen, Erledigungen drauf, dann hat man auch noch im Reallife logischer Weise soziale Verpflichtungen, wie Freunden und Familie gegenüber, hat ggf. auch noch Hobbies die einen fern von PC oder Handy halten. Und am Ende des Tages muss man sich dann schon wieder auf den neuen Arbeitstag vorbereiten.
Und nicht viel mehr Zeit lässt einen das Wochenende. Nach dem Stress der Woche ist man dann platt. Zu platt um sich noch in den verschiedensten Onlineplattformen zu beteiligen, einfach weil man sich nicht mehr konzentrieren kann. 
Der Druck unserer leistungsbezogenen Gesellschaft hinterlässt bei vielen Dingen, die wir früher gerne gemacht haben, für die wir uns gerne engagiert haben, bei denen wir Freude empfanden und Freunde fanden tiefe Spuren der Verwüstung.
 
Als Ausweich nutzen viele in ihrer sehr begrenzten Freizeit dann Onlineangebote riesiger Weltkonzerne, die für den schnellen, oberflächlichen und nicht wirklich gehaltvollen Austausch konzeptioniert worden sind und dementsprechend auch immer weiterentwickelt werden. Da werden Apps und andere Anwendungen bereitgestellt, die konzernintern mit einigem Aufwand und viel Geld hergestellt werden. Schlussendlich kann man mit diesen so handeln wie sie konzeptioniert wurden, aber dies hat mehrere klare Nachteile. 
Die großen sozialen Netzwerke, wie Facebook, Instagramm, Youtube und Co. sind aufgrund ihrer Größe kaum bis gar nicht moderiert. Die Diskussionskultur baut mehr und mehr ab und die Einfachheit diese Medien sogut wie unkontrolliert zu nutzen, ist natürlich für kleine, liebevoll gestaltete Onlineangebote, die selbstverständlich moderiert werden, eine Übermacht, mit der sie einfach nicht mithalten können. 
Schaut man sich das Miteinander in den meisten sozialen Netzwerken an, will man da als kleines Onlineangebot auch gar nicht mithalten. 
 

Nun, wir wollen aber nicht nur auf die Gesellschaft und die sozialen Netzwerke schimpfen, denn sie trifft nur eine Teilschuld. Die Seitenbetreiber können wir nicht komplett außen vor lassen, denn auch diese tragen zum Teil eine Mitschuld. Oft nicht gewollt, aber nicht minder wichtig.
 
Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat einiges aufzuweisen. Immer umfangreichere Homepagesysteme kamen auf den Markt, die gleichtzeitig auch immer sicherer wurden, deren Wartung allerdings nicht ganz leicht war und ist. Hinzukommt die immer komplizierter werdende rechtliche Seite, auch für privat betriebene Webseiten. Für diejenigen, die vor Jahren eine Webseite aufbauten und sich seither nicht mit der Thematik beschäftigten, kommen rechtliche und technische Veränderungen natürlich überraschend und sind oft auch das Aus für Onlineprojekte.
Für einige, die dich mit der Materie beschäftigen ist der Aufwand schlicht zu groß, kost- und zeitspielig. Sie entscheiden sich dann bewusst dafür, ihr Onlineangebot zu schließen.
Und diejenigen, die an ihrem Onlineangebot festhalten, müssen in dem kleinen Rest Freizeit, was ihnen bleibt, die Aktualisierung und Weiterentwicklung (technisch und rechtlich) stämmen. Was nicht nur viel Zeit kostet, sondern auch entsprechend Anstrengung und Geld.

Gedankt bekommen es die meisten nicht, was natürlich auch frustrierend für diejenigen dann ist. Im Gegenteil, anstatt Unterstützung von den Nutzern ihres Onlineangebotes zu bekommen, ernten viele engagierte Webmasterinnen und Webmaster Ungeduld, Erfolgsdruck und Unverständnis. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch demotivierend und verletzend. Oft erlebt man dann, dass auch diese ihr Angebot einstellen. (Wir, die Weltenfinsternis Projekte, haben da mit unseren Nutzern unglaublich viel Glück und sind dankbar, dass uns Geduld und Unterstützung entgegen gebracht wird.)
 
Und so ist es für uns nicht verwunderlich, dass mehr und mehr themenspezifische Onlineangebote dicht machen. Das geht nicht nur ins in der Gothic Kultur so, sondern ist in vielen anderen kulturellen Bereichen nicht anders. Das Tragische dabei ist, dass durch unglaublich viel Kreativität, Vielfalt und Engagement verloren geht. Diese Entwicklung sollte man nach unserer Meinung also nicht ignorieren, sondern sehr genau auf dem Schirm haben, sich selbst ggf. hinterfragen und ganz genau analysieren, ob man das Ergebnis dieses Aussterbens so haben möchte oder eher nicht. 
 
Sollte letzteres bei den Überlegungen herauskommen, muss man auch bereit sein, eigene Anstrengungen zu unternehmen um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.  
 
Die Entwicklung findet also nicht erst seit gestern statt, sondern ist seit Jahren deutlich zu spüren.
 
 
 
Letzter Gruß an DL (Dunkles Leben)
 
 
 
Ja wir hatten unsere Berührungspunkte und auch die ein oder anderen persönlichen Differenzen, dennoch war euer Forenangebot für viele User eine Heimat und ein Ort an dem sie sich wohl gefühlt haben. Somit hattet ihr in unseren Augen, auch wenn wir euch auf dieser Plattform mit 2 Artikeln öffentlich kritisierten, eine Daseinsberechtigung. Eure Entscheidung der Schließung war für euch sicherlich keine einfache, schließlich hing am Dunklen Leben euer Herzblut. Umso mehr zollen wir euch zu dieser Entscheidung Respekt und Anerkennung. Auf euerm weiteren Lebensweg wünschen wir euch alles nur erdenklich Gute und Positive. Vielen Dank für euer Engagement für unsere Kultur.
 
 
freundlich dunkle Grüße

Baltarsar
Weltenfinsternis Redaktion
 
 

 
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